+++ Ordentliche Hauptversammlung am 21. April 2018, 15:00 Uhr +++

M2 Riesenkat entführt Blaues Band des Chiemsees
 
Blaues Band
Erstaunliches Bild am Chiemsee: Der riesige M2-Kat gastierte für das Blaue Band am Chiemsee
Foto © 2011 Rolf Hufnagl


Nichts war vorhersehbar bei diesem Blauen Band des Chiemsee Yacht-Club, der Regatta um das schnellste Boot am Chiemsee. Am offensichtlichsten war noch der Sieg des gastierenden Riesenkatamaran von Rolf Hufnagl - wenngleich dies bis kurz vor Schluss nicht so aussah.

Die letzten Jahre schon nahmen die Katamarane den großen Einrümpfern und Liberas klar jede Chance ab, schnellstes Boot am Chiemsee zu sein. Doch der Bau neuer, immer größerer Boote hielt sich in Grenzen, da selbst schon die zahlreichen kleinen A-Cats mit leichten Modifikationen wie höherer Mast und großen Vorsegeln klare Siegeschancen hatten.

Doch jetzt kam der Donner vom Starnberger See: Ein riesiger Katamaran mit fast 9 Metern Länge, 5 Metern Breite und über 14 Metern Masthöhe. Der M2 vom Yachtclub St Heinrich wird auch schon seit letztem Jahr von professionellen Steuermännern wie Roland Gäbler und jetzt dem frisch gebackenem österreichischen Tornado-Meister Michi Schönleitner an den Seen Europas gesegelt und stellte fast überall neue Streckenrekorde auf.

Blaues Band
Ganz neue Gewinner beim Blauen Band (von links): Philipp Lessig (Blaues Band nach berechneter Zeit) und die Crew des M2-Cat (Blaues Band nach gesegelter Zeit) Johannes Ochsner, Teamchef Rolf Hufnagl, Philipp Rakuschan und Steuermann Michi Schönleitner - Foto © 2011 Martin Blum

Der 23-jährige Kadersegler Schönleitner vom Union Yachtclub Attersee startete verhalten in der Mitte und musste erst ein paar Segler der wehrhaften Chiemseer Flotte mit lokalen Windkenntnissen ziehen lassen. Rainer Gutjahr (A-Cat) führte dann auch fast die ganze Runde bis zum "Kanal" bei der Kreuzkapelle, als ihn wegen Problemen mit der Wickelvorrichtung seines großen Vorsgels doch der mächtige M2 ein- und überholte und das Blaue Band an den Ammersee entführte.

Am Start um 11:00 Uhr des außerordentlich wasserreichen Regentages herrschte absolute Flaute. Wegen dieser Wetteraussicht nachmen wohl auch einige Teilnehmer weniger als die letzten Jahre teil, nämlich "nur" 87 Mannschaften. Doch diese kämpften - eben schon zur Startlinie hin. Wettfahrtleiter Volkmar Stecher hatte ein Herz und verschob zum ersten Mal in der jahrzehntelangen Geschichte dieser Regatta den Start um ganze 20 Minuten und kürzte den Kurs in Feldwies ab. Doch auch dann brauchte das Feld über eine Stunde für die kurze Sprintstrecke von Harras nach Süden, bis Felden. Einzig ein paar mutige und wenige Segler, wie Gutjahr und Peter Braun mit A-Cats, hatten einen Riecher und erhaschten sich ganz rechts, im Westen, einen nicht sichtbaren Hauch vom Südwind. Sie bauten eine Vorsprung von fast einer Stunde auf.

Später, für die meisten Segler erst in Feldwies, als bereits ein Drittel gesegelt war, setzte der angesagte Nordwestwind mit bis knapp drei Beaufort ein und brachte das Feld doch nach nur vier Stunden komplett ins Ziel. Der spät einsetzende Wind brachte vor allem den langsamen Boote eine Chance, das Blaue Band nach berechneter Zeit zu gewinnen. Das am langsamsten bewertete Boot, die Condor 7 Stöberl von Philipp Lessig (Yardstick 122, Wettsegelvereinigung Gollenshausen) gewann.

Genauso spannend und deswegen zuvor unberechenbar war das neu eingeführte Wertungssystem, das die Boote in sieben Gruppen, exakt gleicher Geschwindigkeit einteilt. Nur wenige trauten sich eine Vorhersage über das Ergebnis zu tätigen. Doch großes Staunen blieben aus, in allen Gruppen standen würdige Sieger auf dem Treppchen.


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Vorbericht

Blaues Band vom Chiemsee
Das Segelrennen des Jahres und Chiemseemeisterschaft
Text: © 2011 Martin Blum

Blaues Band
Der Start zum Blauen Band ist oft noch bei wenig Wind, während der lange Kurs rund um den ganzen Chiemsee oft viele Überraschungen parat hat - Foto © 2011 M. Blum

Am Samstag um 11 Uhr schießt der Chiemsee Yacht Club das Rennen um das prestigeträchtige Blaue Band des Chiemsees an - gleichzeitig damit auch den ersten Lauf um den Chiemseemeister. Die schnellsten Boote und die besten Segler werden am Start sein und den Kurs von Prien nach Bernau, Feldwies, Seebruck und um die Inseln zurück zu gewinnen oder eine fast genauso ehrenvolle gute Platzierung zu ersegeln.

2010 gewann Friedl Liese gesamt, Wolfgang Böttger nach berechneter Zeit. Damit setzte Böttger die Basis für seinen Sieg bei der Gesamtjahreswertung der Chiemseemeisterschaft. Mehr als 100 Mannschaften werden erwartet, am Freitag Abend zuvor findet eine Eröffnungsveranstaltung zur Chiemseemeisterschaft am Chiemsee Yacht Club statt.